Kritische Psychologie Trier
Menschen existieren im Plural, aber nicht im Durchschnitt.
KP
K(ritische) P(sychologie) heißt... (ein Abriss)
unserer Einschätzung nach u.a. den einzelwissenschaftlichen Blick zugunsten eines umfassenden Denkens und Handelns eintauschen, dabei die gesellschaftlichen Verhältnisse und Denkmuster nicht unhinterfragt einbeziehen.

Klaus Holzkamp
Es gibt natürlich im weiteren Sinne viele kritische Reflexionen auf die traditonelle Psychologie. Alles kann und soll hier zur Debatte stehen! Dennoch hat sich das autonome Seminar zunächst vor allem mit der Kritischen Psychologie, wie sie Anfang der 70iger Jahre an der Freien Universität in Berlin um Klaus Holzkamp begründet wurde, beschäftigt. Sie gibt einen anregenden Blickwinkel auf das, was wir lernen und gelehrt bekommen, und hilft der Sprachlosigkeit des Unbehagens angesichts eines "Theorienwirrwarrs" Worte zu geben!
Kritische Psychologie kurz zu beschreiben fällt angesichts der Komplexität nicht leicht (einführende Text in der Textkiste). Sie bezeichnet einen Zugang zur Psychologie, der u.a. durch die Kritische Theorie und die Kultur-historische Schule inspiriert wurde, trans/interdisziplinär und gesellschaftkritisch arbeitet. Eine kompakte Beschreibung findet ihr bei Wikipedia oder in dem in Trier gehaltenen Vortrag von J. Kalpein - Draufklicken und lesen! Sie ist offen gegenüber einer qualitativen anstatt lediglich quantitativen Empirie und strebt ein Zusammenkommen von Theorie und Praxis (Vgl. Praxis- bzw. Handlungsforschung) an. Dabei steht das begründet handelnde Subjekt im Mittelpunkt! Dieses wird nicht be-forscht, sondern als Mit-Forscher in den gesamten Prozess einbezogen. Gegenstand der kritisch-psychologischen "Forschung ist nicht das Subjekt, sondern die Welt, wie das Subjekt sie - empfindend, denkend, handelnd - erfährt" (Zitat nach Markard 2000. KP trägt darum auch die kurze Bezeichnung der (marxistisch fundierten) Subjektwissenschaft.
Sie verfolgt das Ziel, "das Betroffensein von Leiden und Leiden an Verhältnissen unreduziert zum Ausdruck zu bringen - zugleich mit der subjektiven Möglichkeit und Notwendigkeit des Widerstandes gegen solche Verhältnisse. Sie steht damit im Gegensatz zu einer [traditionell-psychologischen] Grundbegrifflichkeit, die die realen Befindlichkeiten und Lebensinteressen der Betroffenen übergeht und die Möglichkeit, sich bewusst zu den Lebensbedingungen zu verhalten, mystifiziert, verstellt und einteigentlicht" (Rückseite, Holzkamp Schriften I).
Soviel zunächst (viel zu) grob - wer sich einlesen möchte, schaue in die Linxs und in die Textkiste! Dort finden sich ebenso einführende wie auch weiterblickende Texte...